Andreas Winkelmann, Rezensionen

Andreas Winkelmann „Der Fahrer“ [Rezension]

Der Klappentext


Die Handlung …

… beginnt ohne großes Vorspiel. Zuerst wird uns die etwas kranke Gedankenwelt des Täters vorgestellt, und uns die erste Möglichkeit geboten darüber nachzudenken wie dieser so tickt.

Beim ersten Kapitel angelangt lernen wir das erste Opfer kennen. Auf dem nach Hause weg wird Krystina Zoller von einer Polizeistreife aufgehalten, und verschwindet kurz darauf. Was ist passiert? War das vielleicht kein echter Polizist?

Später wird klar, dass der Täter augenscheinlich die Polizei, speziell Jens Kerner, als Ziel für Spott und Hohn durch seine Taten erwählt hat. Eines ist immer gleich, die Opfer sollen als Beispiel für die Inkompetenz der Polizei dienen. Wie stellt der Täter dies an?

Zuerst werden die Opfer die den MyDriver Dienst nutzen entführt, gefoltert, gedemütigt, und dann nach Ablauf eines Ultimatums, tot mit leuchtender Gesichtsfarbe scheinbar willkürlich gut sichtbar platziert. Sodass jeder Mensch sieht, dass die Polizei nicht in der Lage ist die Opfer schnell zu finden. Der Hashtag #findemich ist dabei immer präsent. Den Ordnungshütern bleibt nicht viel Zeit um die Opfer zu finden, bevor diese tot auftauchen.

Jens Kerner und seine Kollegen tappen sehr lange und oft im Dunkeln. Zuerst hat dieser natürlich seinen verhassten Bruder im Visier. Aber wäre das nicht sehr offensichtlich wenn der Täter so bekannt ist?

Die Suche geht weiter, weitere Opfer finden den Tod. Der Täter verhöhnt die Polizei immer mehr. Ein tödliches Katz und Maus Spiel hat begonnen.

Vor allem wie passt der Fahrdienst da rein?


Mein Fazit …

… fällt zunächst sehr positiv aus. Der Anfang hat mich direkt gefesselt. Welche kranke Seele steckt hinter den Morden? Was denkt der Täter? Was fühlt der die ganze Zeit über? Dank den separaten Kapiteln wo auch der Täter eine Rolle spielt erfahren wir es.

Dank dem geschickten Wechsel der Perspektiven, den vielen Möglichkeiten wer der Täter sein könnte, inklusive Ereignissen außerhalb der Haupthandlung, bleibt das Buch immer spannend.

Mir hat der generelle Stil des Buches gut gefallen. Es scheint zuerst so als hätte der Täter es auf die Polizei abgesehen, doch schnell wird klar, es steckt mehr dahinter. Oder etwa nicht?

Dass ist das Schöne, man weiß es nicht. „Nichts ist wie es scheint“ passt perfekt zum Buch.

Zwischendurch erfahren wir warum Jens und sein Bruder alles andere als gut miteinander klar kommen. Finde es immer schön wenn der Autor die Charaktere mit jedem Buch etwas ausbaut. So sind sie keine leeren Hüllen.

Einen Kritikpunkt hab ich leider. Das Ende.

Es wird so viel spekuliert wer der Täter sein könnte, es werden viele Menschen vernommen, aufgezählt, etc.

Doch am Ende ist es eine eher unbedeutende Person, die nicht einmal ansatzweise irgendwie im Fokus stand. Das fand ich etwas schwach. Natürlich wären die anderen Kandidaten offensichtlich gewesen, klar. Aber der Autor hätte das Ende besser auflösen können finde ich. Gerade das Motiv fand ich etwas sehr weit hergeholt. Tarnen und täuschen hin oder her.

Was sagt ihr zu dem aktuellsten Buch von Andreas Winkelmann? Hat es euch gefallen?


VerlagRowohlt Taschenbuch Verlag
AutorAndreas Winkelmann
GenrePsychothriller
Seitenanzahl395
Erscheinungsjahr2020

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